Sicherheitstechnik



Einruchhemmung

Die Sicherungsmerkmale einbruchhemmender Bauteile sind von außen nicht erkennbar. Einbruchhemmende Bauteile können in Materialien wie Holz und Metall und in verschiedensten Ausführungen, z.B. mit oder ohne Glaseinsatz, hergestellt werden.

Einbruchhemmende Bauteile können Einbrüche verhindern, bei denen Werkzeuge und/oder körperliche Gewalt angewendet wird.


Prüftechnische Anforderungen an Fassaden nach DIN V ENV 1627–1630
  • Statischer Belastung
  • Belastungen in Abhängigkeit der Widerstandsklasse
  • sinngemäß einer Festverglasung/Ausfachung
  • Grenzwerte entsprechende der Normvorgabe (8 mm)
  • Belastung erfolgt gegen die Einglasungsrichtung
  • Dynamische Belastung
  • Belastungen in Abhängigkeit der Widerstandsklasse
  • Belastung erfolgt von der Angriffseite
  • Manueller Einbruchversuch
  • Werkzeugsatz und Kontaktzeit in Abhängigkeit der Widerstandsklasse
  • Belastung aller möglichen Angriffsbereiche
  • Hauptprüfung zur Klassifizierung „Durchgangsfähige Öffnung“

Werkzeugsätze

Werkzeugsatz A: 3 Minuten

Werkzeugsatz B: 5 Minuten


Werkzeugsatz C: 10 Minuten

Werkzeugsatz D: 15 Minuten


Werkzeugsatz E: 20 Minuten

Werkzeugsatz: zusätzlich




Widerstandsklassen für Türen, Fenster und Fassaden Nach DIN V EN V 1627–1630 (April 1999)


Die europäische DIN V ENV 1627 für Türen, Fenstertüren und Fenster gilt seit 1999. Sie berücksichtigt Widerstandsklassen (WK 1–6), Widerstandszeiten (Zeit, die ein Produkt einem Einbruch standhält) und. Bei diesen Fenstern und Türen ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion (Rahmen, Beschlag, Verglasung bzw. Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag) keinen Schwachpunkt gibt.

Seit September 2011 wird diese Norm durch die neue Norm EN 1627:2011 mit den Bezeichnungen „RC“ für „resistance class“ ersetzt. Die Norm definiert Widerstandsklassen, Widerstandszeiten (Zeit, die ein Produkt einem Einbruch standhält), Tätertypen und deren Herangehensweise. Neu eingeführt wurde die Widerstandsklasse RC 2 N, die lediglich mit Standardfensterglas ausgeführt werden kann.

Widerstandsklassen nach DIN EN 1627:2011-09 (seit 2011)
Widerstandsklasse RC 1 N/RC 2 N RC 2 RC 3 RC 4 RC 5 RC 6
Widerstandszeit keine manuelle Prüfung 3 Minuten 5 Minuten 10 Minuten 15 Minuten 20 Minuten
zu erwartende Herangehensweise des Täters Gegentreten, Gegenspringen, Schulterwurf, Hochschieben und Herausreißen. Auch Schraubendreher, Zange und Keil. Aufbrechen mit einfachen Werkzeugen, wie Schraubendreher, Zange und Keil. Aufbrechen der verschlossenen Teile mit Schraubendreher und Kuhfuß. Zusätzlich Sägen, Äxte, Stemmeisen, Hammer und Meißel, sowie Akku-Bohrmaschinen. Zusätzlich Bohrmaschinen, Stich- oder Säbelsägen und Winkelschleifer. Zur Klassifizierung nach EN 356 muss die Verglasung den direkten Angriff während der RC5-Prüfung überstehen. Leistungsfähige Elektrowerkzeuge (Winkelschleifer mit einem max. Scheiben-durchmesser von 250 mm) Zur Klassi-fizierung nach EN 356 muss die Verglasung den direkten Angriff während der RC6-Prüfung überstehen.
Widerstandsklasse (alt) WK 1/– WK 2 WK 3 WK 4 WK 5 Wk 6




Sprenghemmung

Tür- und Fensterelemente in verschiedenen Varianten möglich und auf Anfrage realisierbar. Das Prüfzeugnis ist eine Systemprüfung von Hueck/Hartmann nach der entsprechenden DIN-Norm und als Freilandversuch bis EPR 2.

Sprengstoffattacken stellen Extrembedrohungen für Mensch und Gebäude dar. Die Prüfung auf sprengwirkungshemmende Eigenschaften erfolgt gemäß DIN EN 13541.





Angriffshemmung

Prüfnorm für Angriffhemmende Verglasung DIN EN 356 (Februar 2000)

Die Vorgaben für das Glas sind in der Norm EN 356 festgehalten. Normale Verglasungen haben keine einbruch-hemmende Wirkung. Schutz bieten einbruchhemmende Verglasungen (Panzerglas bzw. Verbund-Sicherheitsglas), Sicherheitsfolien oder Vorsatzfenster nach der DIN EN 356[7]. Derartige Verglasungen bestehen aus einer Kombination von Glas und durchsichtigen Kunststoffen. Nach der DIN werden die Verglasungen mit aufsteigenden Nummer und dem Buchstaben P und einem zusätzlichem Kennbuchstaben bezeichnet.


Durchwurfhemmende Verglasung in den Klassen P1A bis P5A beschreibt eine angriffhemmende Verglasung mit Durchwurfhemmung. Im Prüfverfahren fällt eine 4,11 kg schwere Metallkugel (Durchmesser 100 mm) auf eine Glasprobe (1100 × 900 mm) dreimal (bzw. neunmal bei P5A) aus der angegebenen Höhe.

Klasse P1A P2A P3A P4A P5A
Kugelfallhöhe 1,5 m 3 m 6 m 9 m 9 m
Trefferfläche Dreieck mit Kantenlänge von 130 mm Dreieck mit Kantenlänge von 130 mm Dreieck mit Kantenlänge von 130 mm Dreieck mit Kantenlänge von 130 mm Auf die gleiche Stelle
Klasse P6B P7B P8B
Anzahl Axthiebe 30 — 50 51 — 70 > 70



Angriffhemmende Verglasungen (Prüfmuster im eingebauten Zustand)





Beschussklassen laut EURO-NORM DIN EN 1522, Stand Februar 1999

L: Blei, CB: Kegelspitzkopf, FJ: Vollmantelgeschoß, FN: Flachkopfgeschoß, C1: Stahlhartkern, Masse (3,7 ± 0,1 g), Härte über 63 HRC, PB: Spitzkopfgeschoß, RN: Rundkopfgeschoß, SC: Weichkern (Blei), SCP1: Weichkern (Blei) mit Stahlpenetrator (Typ SS 109), FJ(1): Vollmantel, Stahl, FJ(2): Vollmantel, Kupfer
* Drallänge 178 mm, ** Drallänge 254 mm

SG2 wie SG1 jedoch drei statt ein Treffer.





Brandschutz

Der Nachweis der Zuordnung eines Bauteils in eine Feuerwiderstandsklasse erfolgt in Brandversuchen. In Abhängigkeit von der Art des Bauteils (Innenwand, Außenwand, Stütze, Decke, Fußboden, Tür, Fenster) sind die Brandversuche leicht abgewandelt.

Widerstandslasse F30 (∼ E 30) F60 (∼ E 60) F90 (∼ E 90) F120 (∼ E 120) F180 (∼ E 180)
Feuerwiderstand (min) 30 min 60 min 90 min 120 min 180 min
Definition feuerhemmend hochfeuerhemmend feuerbeständig hochfeuerbeständig höchstfeuerbeständig




Sicher wohnen - My Home is my castle

Ein Einbruch im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung verursacht einen großen Schock. Viele Menschen verlieren nach dem Eindringen in die Privatsphäre langfristig ihr Sicherheitsgefühl. Dabei hinterlässt das verlorengegangene Sicherheitsgefühl und das Wissen, dass eine fremde Person die intimsten Bereiche durchwühlt hat, bei den Betroffenen meist mehr psychische Schäden als der durch den Einbruch entstandene Verlust des materiellen Eigentums.

Dass man sich davor schützen kann, zeigen die Erfahrungen der Polizei. So belegen Studien, dass über ein Drittel der Einbruchversuche wegen schwer überwindbarer sicherungstechnischer Einrichtungen abgebrochen werden.

Türen

Haus- und Wohnungstüren sollten eine zertifizierte Einbruchhemmung aufweisen. Tatsache ist, dass viele Außentüren schon allein mit „körperlicher Gewalt“, also ohne den Einsatz von Einbruchwerkzeug leicht zu überwinden sind. Damit es nicht soweit kommt, haben wir Ihnen nachfolgend die Sicherungsempfehlungen der Kriminalpolizei für neue Türen wie auch für die Nachrüstung dargestellt. Neben der mechanischen Verbesserung Ihrer eigenen vier Wände können Sie auch durch einige Verhaltensweisen Ihre Sicherheit massiv erhöhen. Dazu einige Empfehlungen der Kriminalpolizei:

  • Auch wenn Sie Haus oder Wohnung nur kurzzeitig verlassen: Ziehen Sie die Tür nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie sie auch immer zweifach ab.
  • Verstecken Sie Ihren Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen. Einbrecher kennen jedes Versteck.
  • Wenn Ihnen Ihr Schlüssel abhanden gekommen ist, wechseln Sie umgehend den Schließzylinder aus.
  • Lassen Sie bei einer Tür mit Glasfüllung den Schlüssel niemals innen stecken.
  • Öffnen Sie auf Klingeln nicht bedenkenlos, und zeigen Sie gegenüber Fremden ein gesundes Misstrauen. Nutzen Sie den Türspion und den Sperrbügel (Türspaltsperre).

Fenster, Balkon- und Terrassentür

Meist werden Fenster vom Einbrecher mit einfachem Werkzeug aufgehebelt. Leicht erreichbare Fenster-, Terrassen- und Balkontüren sind besonders gefährdet. Übliche Fensterkonstruktionen bieten keinen Schutz vor Einbrechern. Wir zeigen Ihnen worauf es bei Fensterrahmen, Beschlägen und Verglasungen ankommt.

Überprüfen Sie allerdings auch Ihr eigenes Verhalten und beachten Sie folgende Hinweise:

  • Verschließen Sie die Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit.
  • Vorsicht! Gekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen.
  • Rollläden sollten zur Nachtzeit – und keinesfalls tagsüber – geschlossen werden, damit sie nicht sofort ihre Abwesenheit signalisieren.

Geprüfte einbruchhemmende Fenster

Bei Neu- und Umbauten erhält man durch den Einbau geprüfter einbruchhemmender Fenster und Fenstertüren (Balkon- oder Terrassentüren) nach DIN V ENV 1627 (mindestens Widerstandsklasse [WK] 2) einen guten Einbruchschutz. Diese Fenster werden einer praxisgerechten Einbruchprüfung unterzogen. So ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion (Rahmen, Beschlag, Verglasung) keinen Schwachpunkt gibt. Es handelt sich damit um ein Fensterelement „aus einem Guss“.

Sicherstellung der Qualität (Zertifizierung)

Die Erfahrung zeigt, dass die Herstellung einbruchhemmender Fenster eine besonders hohe Verarbeitungsgenauigkeit erfordert. Um sicherzustellen, dass die Fenster auch wirklich entsprechend dem geprüften Musterfenster gefertigt werden, sollte die Produktion einer laufenden Fremdüberwachung mit regelmäßigen Kontrollprüfungen unterliegen.

Fachgerechter Einbau

Einbruchhemmende Fenster können ihren Zweck nur dann erfüllen, wenn sie nach der Anleitung des Herstellers fachgerecht eingebaut werden. Auf die Aushändigung einer Montagebescheinigung sollte bestanden werden.


Rollläden

Häufig können Rollläden durch einfaches Hochschieben relativ leicht überwunden werden. Hier sollten Sie in jedem Falle Zusatzsicherungen einbauen lassen. Empfehlenswert sind in jedem Falle geprüfte einbruchhemmende Rollläden der Widerstandsklasse 2.

Überprüfen Sie auch Ihr eigenes Verhalten und beachten Sie folgenden Hinweis:

  • Rollläden sollten zur Nachtzeit – und keinesfalls tagsüber – geschlossen werden, damit sie nicht sofort Ihre Abwesenheit signalisieren.

Garage

Einbrecher dringen in Garagen ein, um von dort über die Verbindungstür in das Wohnhaus einzubrechen, aber auch, um aus der Garage Gegenstände zu entwenden. Bei einem Neubau sollten Sie prüfen, ob eine Tür zwischen Garage und Wohnhaus bzw. Garten unbedingt benötigt wird. Außerdem sollten Sie sich fragen, ob Garagenfenster wirklich erforderlich sind. Diese bieten nämlich eine zusätzliche Einstiegsmöglichkeit.


Grundstück

Wie „einladend“ Ihr Grundstück für Einbrecher ist, können Sie durch bewusste Gestaltung beeinflussen. Eine Einfriedung bildet eine erste Barriere. Auf eine Einfriedung auch im Vorgartenbereich sollte daher nicht verzichtet werden. Dabei sind die örtlichen Bebauungspläne zu beachten. Schließen Sie Gartentüren, Hof- und Garagentore auch dann ab, wenn Sie zu Hause sind, bzw. sehen Sie ein selbst schließendes Gartentor mit beidseitig feststehendem Türknopf und elektrischem Türöffner vor.

Mülltonnen, Gartenmöbel, Leitern, Rankgerüste und hausnahe Bäume eignen sich als Aufstiegshilfe für Einbrecher. Sie sollten weggeschlossen bzw. entfernt werden. Hecken und Sträucher bieten nicht nur Ihnen Sichtschutz, sondern auch Einbrechern. Vermeiden Sie deshalb z. B. dichte Bepflanzung direkt am Haus, insbesondere an einbruchgefährdeten Stellen.


Alarmanlagen – Überfall- und Einbruchmeldeanlagen (ÜMA/EMA)

Mechanische Sicherungen, die sinnvoll aufeinander abgestimmt sind, stehen an erster Stelle. Sie können dem Täter einen bestimmten Widerstand entgegensetzen und einen Einbruch unter Umständen verhindern. Daher sind sie eine wesentliche Voraussetzung für einen wirksamen Einbruchschutz.

Einbruchmeldeanlagen (EMA) dagegen können lediglich melden. Sie verhindern zwar keinen Einbruch, können jedoch abschreckend wirken. Denn durch ihre Meldewirkung wird das Risiko für den Einbrecher, entdeckt zu werden, wesentlich erhöht. Am besten ist es, die mechanische Sicherungstechnik mit der elektronischen Überwachung sinnvoll zu kombinieren. Grundsätzlich sollte die EMA so erweitert werden, dass auch ein Überfallalarm ausgelöst werden kann.


Wertsachen

Wertsachen, die offen in der Wohnung oder im Hause herumliegen, locken Einbrecher an. Dem können Sie vorbeugen. Bewahren Sie Ihre Schmuckstücke, Dokumente und sonstigen Wertsachen in entsprechenden Wertbehältern auf. Vor der Anschaffung eines Wertbehältnisses sollten Sie sich durch eine (Kriminal-)Polizeiliche Beratungsstelle individuell beraten lassen.


Fahrzeuge

Nicht nur Ihr Eigenheim sollte vor dem Zugriff fremder Personen geschützt werden. Auch Ihre Fahrzeuge sollten Sie ausreichend gesichert sein. Auch auf dem eigenen Grundstück werden Fahrzeuge immer häufiger aufgebrochen . Heutzutage gibt es für jedes Fahrzeug speziell abgestimmte Sicherungsmöglichkeiten, die einen Zugriff deutlich erschweren.





Widerstandsklasse Vergleich Wand – Verglasung

Hier ist die Prüfung unter Heranziehung der DIN EN 356 in Frage zu stellen.